Selbstverteidigung ?

Aktiv gelebte Selbstverteidigung bedeutet, das eigene Umfeld und die Mitmenschen auch aktiv wahrzunehmen, zu wissen, wie ein potenzieller Angreifer denkt. All dies mental zu verarbeiten, um im Ernstfall auch intuitiv reagieren zu können.

Erfolgreiche SV bedeutet natürlich die Abwehr eines Angriffs. Das primäre Ziel aber muss immer sein, möglichst unverletzt zu bleiben, besser noch, gar nicht erst in eine bedrohliche Lage zu geraten. Was durch präventives Verhalten erreicht werden kann.

Eine Schlägerei gewinnt meist derjenige, welcher den ersten Treffer erzielt. Also nicht zwingend der Stärkere oder Gewalttätigere. Die durchschnittliche Dauer einer gewalttätigen Auseinandersetzung beträgt 3 bis 10 Sekunden, gerechnet ab der ersten Angriffsaktion.

Mach dir bewusst, dass Gewalt nicht einfach so passiert. In der Regel entwickelt sich eine gewaltsame Auseinandersetzung in mehreren Schritten und kann daher meistens frühzeitig erkannt werden. Aufmerksamkeit und Verstehen der Situation sind fundamental, für eine effektive Selbstverteidigung (SV).

In vielen Kampfsport- und Selbstverteidigungsschulen besteht die  Ausbildung, primär in der Vermittlung von Angriffs- und Verteidigungstechniken.

Bei den „Kampfsport-Stilen“ steht der sportliche Aspekt im Mittelpunkt. Mit einer Vielzahl von Regeln, was alles erlaubt oder nicht erlaubt ist (keine Angriffe zum Hals, Augen, Genitalien, Knie usw.).

Dies schränkt die Möglichkeiten bei der Selbstverteidigung  natürlich massiv ein.  Bei Selbstverteidigungs-Systemen gibt es diese Einschränkungen grundsätzlich  nicht. Bei einigen Systemen werden die Techniken, also die Hard Skills, aber überbewertet. Es sind zu viele verschiedene Techniken und oft sind sie auch zu kompliziert.

In einer Notwehr-Situation kann man aber nur eine begrenzte Anzahl von Techniken intuitiv abrufen.

Hinzu kommt, dass Themen wie „präventives Verhalten, Aufmerksamkeit, Ängste, Adrenalin, Körpersprache, Deeskalation, situationsbedingtes Verhalten, Distanzen, Bewegungsprofil „, also die Soft Skills, leider nur bei sehr wenigen SV-Systemen Bestandteil der Ausbildung sind. Ohne das Wissen über diese Soft Skills, nützen dir aber auch die besten Techniken nur wenig bei der SV.

Hier einige Ursachen, woran Selbstverteidigung scheitern kann, auch wenn man die Kampftechniken beherrscht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

  1. Prävention vernachlässigt/ignoriert
  2. Die Bedrohung nicht wahrgenommen.
  3. Opferverhalten
  4. Du wurdest abgelenkt/überrascht.
  5. Den Angriff zu spät erkannt.
  6. Distanzen nicht beachtet.
  7. Gegner falsch eingeschätzt.
  8. Angreifer brutal und unfair.
  9. Angreifer benutzt verdeckte Waffen.
  10. Schwache Wirkung eigener Treffer.
  11. Verwendung ineffektiver Techniken.
  12. Hemmschwellen
  13. Verkrampft und mental blockiert.
  14. Angst

Die Basiselemente auf die meine Selbstverteidigung aufbaut sind:

  • S.= Softskills
  • M.= MinMax-Prinzip
  • A.= Aufmerksamkeit-Distanz
  • R.= Reflexe
  • T.= Techniken (Hard Skills)

         S.M.A.R.T. Defence