präventives Verhalten, Bedrohungen

Viele Betroffene mit denen ich über Bedrohungen, Selbstverteidigung und präventives Verhalten sprach, hatten natürlich alle ihre eigenen Vorstellungen zu dem Thema. Gemeinsam war allen, dass die Meinung, wo es gefährlich ist, stark  geprägt war durch Berichterstattungen in den Medien. Das wäre auch kein Problem, wenn dort immer alles zu den Themen Gewaltverbrechen berichtet würde.

Aber bei den 526.000 Fällen von einfacher und gefährlicher Körperverletzung in 2018 (Quelle PKS 2018) ist das natürlich gar nicht möglich. Somit erscheint nur das in den Medien,  unter Quoten/Umsatzaspekten und politischer Korrektheit interessant ist. Da sehen und hören Sie dann auf allen möglichen Sendern, über Tage verteilt, immer das Gleiche.

Schon glauben alle, dass es nachts im Park am gefährlichsten ist und dort die meisten Frauen vergewaltigt werden. Gleich danach kommen dann die Joggerinnen. Fakt ist, dass die meisten Vergewaltigungen in privaten Räumlichkeiten stattfinden und die Opfer die Täter kennen.

Trotzdem besteht natürlich ein Risiko, wenn man Nachts alleine durch einen Park geht. Die meisten Überfälle und Belästigungen finden aber eben nicht dort statt. Die meisten Täter finden Sie dort, wo es für sie am einfachsten und schnellsten möglich ist, ein Opfer zu finden. Dort, wo Menschen sich aufhalten und leben. Da haben sie die große Auswahl, potentiell geeignete Opfer zu qualifizieren. Als da sind: Bahnhöfe, Züge, Kneipen, öffentliche Plätze, Vergnügungsviertel, Großveranstaltungen, Partys, Parkhäuser, Parkplätze etc.

Bei präventivem Verhalten müssen wir unterscheiden, ob es sich um den klassischen Überfall handelt oder eine Bedrohung, um Macht auf andere Menschen auszuüben.

Der Überfall geschieht aus materiellen Gründen. Hier beobachten die Täter gezielt bestimmte Orte (Geldautomat, Parkplätze, Geschäfte etc.), um mögliche Opfer auszuwählen. Sie folgen ihnen dann, um sie zu überraschen und auszurauben. Das kann der Moment sein, in dem Sie ins Auto einsteigen, den Kofferraum öffnen, die Haustüre aufschließen oder sonst wie abgelenkt sind.

Gerne folgen sie auch älteren Menschen bis nach Hause, um dann zu schellen und in die Wohnung einzudringen. Leider öffnen ja sehr viele Menschen ihre Wohnungstür, ohne nachzufragen/-sehen, wer denn vor der Türe steht.

Wenn Sie überfallen und aufgefordert werden, Ihr Geld und Wertgegenstände abzugeben, dann machen Sie das. Bewegen Sie sich regelmäßig in einem Umfeld in dem das geschehen könnte, haben Sie am besten immer 50 Euro griffbereit und wenig Bargeld in der Brieftasche. Das gilt natürlich besonders auch für fremde Länder. Es lohnt sich nicht, für ein paar Euro Gesundheit oder Leben zu riskieren. Sich präventiv zu verhalten bedeutet auch, vorbereitet zu sein.

Befassen wir uns wieder mit der Bedrohung und dem möglichen Umfeld einer Bedrohung. In Ihrem persönlichen Umfeld kennen Sie sich aus. Sie wissen wo es ungemütlich werden kann und wo Personen sich aufhalten, denen Sie nicht trauen können. Bewegen Sie sich jedoch in einem fremden Umfeld, sieht das schon ganz anders aus. (Damit meine ich eine Ihnen fremde Umgebung, oder ein Ihnen unbekanntes soziales Umfeld)

Wenn Sie als Tourist in einer fremden Großstadt, sind kann es schnell passieren, dass Sie sich verlaufen und sich in einer Gegend wiederfinden, die Ihnen bedrohlich vorkommt. Fragen Sie jetzt nicht jeden nach dem Weg und wühlen Sie auch nicht für jeden sichtbar in Ihrem Stadtplan. Nehmen Sie das nächste Taxi und fahren Sie weg“.

Das Beispiel sollen Ihnen aufzeigen, dass zu präventivem Verhalten auch gehört, sich Gedanken zu machen, wo bin ich wann, was mache ich da, wie komme ich wieder zurück? Muss ich besondere Punkte beachten?

Grundsätzlich gilt, wenn Sie sich in einem fremden, für Sie bedrohlichen sozialen Umfeld bewegen, dass Sie nicht auffallen sollten. Auffallen können Sie durch falsche Kleidung, Hektik, Unsicherheit, Statussymbole, Sprache, Kommunikation.

Wollen Sie sich präventiv verhalten, dann gehört dazu, unnötige Risiken zu vermeiden und vorausschauend zu handeln. Hören Sie auch auf Ihr Bauchgefühl. Gehen Sie auf die andere Straßenseite wenn Ihnen alkoholisierte Jugendliche oder Fußballfans entgegen kommen.

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