Körperverletzung

Einfache Körperverletzung

Stellt sich nach § 223 StGB wie folgt dar: „Wer einen anderen körperlich mißhandelt oder in seiner Gesundheit schädigt, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe belegt.“ (§ 223 Absatz 1 StGB).

Alle anderen Formen und Qualifikationen der Körperverletzung bauen auf diesem Tatbestand auf

Gefährliche Körperverletzung

Nach § 224 Absatz StGB handelt es sich um eine gefährliche Körperverletzung, wenn diese:

  • durch Verabreichung von Gift oder anderen gesundheitsgefährdenden Stoffen,
  • durch eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug,
  • durch einen hinterlistigen Überfall,
  • mit einem anderen Beteiligten zusammen oder
  • durch eine das Leben gefährdenden Behandlung

erfolgt. „Diese  wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Eine Geldstrafe kommt bei gefährlicher Körperverletzung nicht mehr in Betracht. Auch handelt es sich hier nicht mehr um ein Antragsdelikt, wie bei der einfachen Körperverletzung. Dort erfolgt eine Strafverfolgung nur, wenn das Opfer Anzeige erstattet.

Bei der gefährlichen Körperverletzung wird jeder Fall zur Anzeige gebracht, sobald er den Ermittlungsbehörden bekannt wird.

 Schwere Körperverletzung

Sie ist höher einzustufen als die gefährliche Körperverletzung, es erfolgt eine härtere Bestrafung. Hier sind die Verletzungsfolgen und nicht die Art und Weise wie die Verletzung erfolgte massgebend.

Ein Fingerstich zum Auge, mit Verlust der Sehfähigkeit ist also eine schwere Körperverletzung, obwohl keine Waffe involviert war.

Bei der Verteidigung mit einem Messer und einer leichten Schnittverletzung am Unterarm, handelt es sich dagegen um eine gefährliche Körperverletzung. Wenn die Notwehrsituation jetzt nicht anerkannt wird, droht eine Haftstrafe. Mit Glück auf Bewährung, wenn die persönliche Vergangenheit nicht dagegen spricht.

Im § 226 Absatz 1 Nr. 1-3 StGB werden Verletzungen und mögliche Spätfolgen des Opfers dargestellt, welche zum Vorwurf der schweren Körperverletzung führen. Wenn das Opfer:

  • Das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, sein Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert.
  • Ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann.
  • In erheblicher Weise dauernd entstellt wird, in Siechtum, Lähmung, geistige Krankheit oder Behinderung verfällt.

Vergehen und Verbrechen

Anhand der im Gesetz festgelegten Mindeststrafen

  • Körperverletzung                  Vergehen              Geldstrafe
  • Gefährliche KV                       Vergehen                6 Monate  >>>
  • Schwere KV                             Verbrechen          12 Monate  >>>
  • KV mit Todesfolge                  Verbrechen             3 Jahre      >>>
  • KV Fahrlässig                           Vergehen              Geldstrafe
  • Fahrlässige Tötung                 Vergehen              Geldstrafe
  • Totschlag                                   Verbrechen            5 Jahre       >>>
  • Nötigung                                    Vergehen              Geldstrafe
  • Unterlassene Hilfeleistung    Vergehen              Geldstrafe

Haftungsausschluss

Die Texte im Kapitel 3 wurden basierend auf aktuellen Informationen erstellt, die frei und öffentlich zugänglich waren. Trotzdem können Fehler oder nicht eindeutige Aussagen entstanden sein. Deswegen ist dieser Text  weder als Rechtsberatung, noch in irgendeiner Form, als rechtsverbindliche Auskunft zu verstehen.

Im Falle des Falles sollte immer ein Anwalt zu Rate gezogen werden, der sich mit Selbstverteidigung und Waffengesetzen auskennt. Das letzte Wort hat aber immer das Gericht.