legale – freie – verbotene Waffen

1.2   Legale, freie Waffen

Nach dem WaffG kann ja jeder Gegenstand, der auf Grund seiner Beschaffenheit dafür geeignet ist, eine Waffe sein.  Praktisch können also eine Vielzahl von Alltagsgegenständen zu Waffen werden, wenn sie gegen einen Menschen eingesetzt werden. (Kugelschreiber ins Auge stoßen)

Deshalb habe ich unter Alltagsgegenstände auch potenzielle Waffen aufgeführt.

Sportgeräte (nach WaffG keine Waffen, Führen erlaubt)

  • Pfeil und Bogen
  • Blasrohre
  • Baseballschläger (Originalzustand)
  • Schleuder ohne Armstütze

Alltagsgegenstände

  • Spazierstock
  • Gehhilfe
  • SV-Regenschirm
  • Tactical Pen
  • LED Taschenlampe
  • Kubotan
  • Stabiler Gürtel mit massiver Schnalle
  • Pfefferspray, gekennzeichnet als Tierabwehrspray, dann fällt es nicht unter das Waffengesetz und darf ohne Altersbeschränkung erworben und geführt werden.

Legale Waffen (Besitzen ja, Führen verboten)

  • Elektroschocker mit PTB Prüfzeichen
  • CS Gasspray (mit Prüfzeichen)
  • Jet Protector JPX (zur Tierabwehr)
  • Guardian Angel (zur Tierabwehr)
  • Piexon PSX1 (zur Tierabwehr)
  • Feststehendes Messer (bis 12cm Klingenlänge, einseitig geschliffen, kein Kampfmesser, kein Dolch)
  • Taschenmesser auch feststehend (kein Einhandmesser)
  • Holzstock kurz (ohne Griffmarkierungen, ohne Halteschlaufe, unbearbeitet,  (kann ein Polizist aber anders sehen)
  • Holzstock lang 1m (kann ein Polizist anders sehen)
  • Armbrust

 Legale Waffen

(Besitzen ja, Führen verboten, Transport in einem verschlossenen Behältnis erlaubt)

  • Softair-Waffen: Bis zu einer Geschossenergie von 0,5 Joule
  • Luftdruckwaffen: Bis zu einer Geschossenergie von 0,5 Joule
  • Historische Waffen (definiert im WaffG)
  • Dolche
  • Schwerter
  • Kurzschwert
  • Wurfmesser
  • Säbel
  • Messer mit Klingenlänge > 12 cm
  • Einhandmesser
  • Karambit
  • Springmesser, dessen Klinge max. 8,5 Zentimeter lang ist.
  • Tomahawk
  • Teleskopschlagstock
  • Gummiknüppel
  • Schlagstock
  • Keule
  • Tonfa
  • Sai
  • Mobiler Einsatzstock (MES)
  • Gaspistole/-Revolver
  • Präzisionsschleuder ohne Unterarmstütze

Legale Waffen (WBK erforderlich, Besitzen ja, Führen verboten)

  • Pistolen, Revolver
  • Langwaffen

Legale Waffen (Führen nur mit Waffenschein)

  • Gaspistole/-Revolver, Veranstaltungen verboten
  • Pistolen, Revolver, Veranstaltungen verboten
  • Langwaffen

1.3   Verbotene Gegenstände

  • Faustmesser
  • Springmesser (Klinge > 8,5 cm)
  • Elektroschocker ohne PTB Prüfzeichen
  • Schlagring
  • Faustmesser
  • Fallmesser
  • Butterflymesser
  • Totschläger
  • Stahlrute
  • Würgegeräte (Nunchaku)
  • Manrikigusari (Japanische Würgekette)
  • Wursterne (Shuriken)
  • Schleuder mit Armstütze
  • Getarnte Hieb- oder Stoßwaffen, die einen anderen Gegenstand vortäuschen (z.B. Stockdegen, Gürtelmesser)
  • Brandsätze
  • . . .
  • wird kontinuierlich vom BKA erweitert

Verdeckte Waffen (verbotene Gegenstände)

Verdeckte Waffen täuschen etwas anderes vor. Wer eine verdeckte Waffe trägt, wird sie einem Gegner auf keinen Fall früher zeigen als unbedingt nötig. Diese Personen sind gefährlich, da sie bewusst „Waffen“ an Orten tragen, wo sie auf keinen Fall welche tragen dürften. Beispiele für verdeckte Waffen sind:

  • Angeschliffene/scharfe schwere Gürtelschnallen
  • Angeschliffene Kreditkarten
  • Zahnbürste, Ende spitz geschliffen
  • Schal /Krawatte mit Metalleinlage
  • Schuhabsatz mit Metallkante
  • Schuhspitze aus Metall
  • Gürtelschnallenmesser
  • Handschuhe mit Metalleinlagen oder Ähnlichem
  • ………

Jemand, der seine Waffe verdeckt trägt und bereit ist sie ohne Vorwarnung einzusetzen, will verletzen oder töten.

Da er die Waffe verdeckt trägt, muss er mindestens auf mittlere Distanz an seinen Gegner herankommen, um sie schnell und ohne Gegenwehr einsetzen zu können.

Gefährliche Werkzeuge

Besitzen ja, Führen erlaubt oder verboten, hängt von der „Art“ des Werkzeugs ab und weshalb es geführt wird (Berufsausübung) und wo. Beim Transport in der Öffentlichkeit ist es ratsam, diese Gegenstände verschlossen und nicht im direkten Zugriff zu transportieren.

Fast jeder Gegenstand kann ja bei entsprechender Phantasie und Geschick, als Waffe gegen Menschen verwendet werden. Einige eignen sich aber auf Grund ihrer speziellen Eigenschaften ganz besonders dafür. Da diese im alltäglichen Leben aber unabdingbar sind, gelten sie eben nicht als Waffen, sonder fallen in die Kategorie der gefährlichen Werkzeuge.  Wenn Sie damit also eine Körperverletzung begehen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Richter diese grundsätzlich als Waffe betrachtet.

  • Beil
  • Machete
  • Stichwerkzeuge
  • Teppichmesser
  • Küchenmesser aller Art
  • Schneidwerkzeuge
  • Schlagwerkzeuge
  • etc.

Diese Geräte unterliegen dann im Zweifel den gleichen Einschränkungen, wie eine vergleichbare Waffe. (mit dem großen Küchenmesser darfst du nicht durch die Gegend laufen, es darf sich nicht in deinem Zugriffsbereich befinden)

Typische Waffen + Gegenstände und deren rechtliche Bestimmungen (Quelle LKA Baden Württemberg 2013)

Gaspistole/-Revolver        

  • Erwerb ab 18 Jahren. 
  • Führen: Kleiner Waffenschein + Pers. Ausweis. 
  • Verboten:  bei öffentlichen Veranstaltungen. 
  • Strafbarkeit: Vergehen bei unerlaubtem Führen.

CS Gas (Prüfzeichen)

  • Erwerb ab 14 Jahren. 
  • Führen: Frei ab 14 Jahren 
  • Verboten: bei öffentlichen Veranstaltungen.
  • Strafbarkeit: Vergehen bei Führen ohne Prüfzeichen

Tierabwehrspray                

Keine Altersbegrenzung. Führen: Frei,  nur mit Kennzeichnung als Tier-abwehrspray. Strafbarkeit: Einsatz ohne Notwehr ist gefährliche Körperverletzung.

Da es ihrem Wesen nach nicht dazu bestimmt ist, die Angriffs- und Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, also nur zur Anwendung gegen Tiere bestimmt und deklariert ist. Wird es vom Waffengesetz nicht erfasst, daher ist auch keine amtliche Zulassung erforderlich.

Elektroschocker                  

  • Erwerb ab 18 Jahren. (PTB Prüfzeichen). 
  • Führen: Frei ab 18 Jahren. 
  • Verboten: bei öffentlichen Veranstaltungen. 
  • Strafbarkeit: Vergehen bei unerlaubtem Führen.

Messer (Führen verboten)               

Erwerb ab 18 Jahren. Messer fallen unter das Waffengesetz, wenn es sich nach ihrer Zweck-Bestimmung um eine Hieb- und Stichwaffe handelt. Sie dürfen nicht geführt werden, darunter fallen Einhandmesser mit feststellbarer Klinge und feststehende Messer mit einer Klingenlänge von mehr als 12 cm Länge.

  • Führen: Verboten. 
  • Verboten: bei öffentlichen Veranstaltungen.
  • Strafbarkeit: OWI  bei Verbot des Führens. Vergehen bei Verbot des Führens bei öffentlichen Veranstaltungen.

Messer (Führen erlaubt)

Alle Taschenmesser wenn es kein Einhandmesser ist und auch nicht als Waffe deklariert ist.  Messer mit einer feststehenden Klinge die kleiner als 12 cm ist  und nicht als Waffe deklariert ist. Dann sind es  Gebrauchsmesser ohne waffenrechtliche Einschränkungen.

Führen: Erlaubt. Daraus folgt, das es keine Einschränkungen beim Führen gibt. Praktisch werden Polizei und Ordnungskräfte aber jedes feststehende Messer konfiszieren, auf einer öffentlichen Veranstaltung. Bei den meisten Messerarten ist die Zweckbestimmung klar ersichtlich. Ist dies nicht gegeben, muss die Waffeneigenschaft im Einzelfall geprüft werden.

Hiebwaffen (Schlagstöcke, Tonfa, Teleskopschlagstöcke)         

  • Erwerb: frei  ab 18 Jahren. 
  • Führen: Verboten. 
  • Verboten: bei öffentlichen Veranstaltungen.
  • Strafbarkeit: OWI bei Verstoß gegen das Führen. Vergehen bei Verstoß gegen Führen bei öffentlichen Veranstaltungen. 
  • Transportieren: in einem verschlossenen Behältnis erlaubt.

Baseballschläger (Sportgerät)

  • Erwerb: frei ohne Altersbegrenzung.
  • Führen: frei, keine Altersbegrenzung. 
  • Verboten: bei öffentlichen Veranstaltungen. 
  • Strafbarkeit: OWI bei Verstoß gegen das Führen. Vergehen bei Verstoß gegen das Führen bei öffentlichen Veranstaltungen.

Besonderheiten (Waffe): Bei Abänderungen ist die Prüfung einer neuen Zweckbestimmung als Hiebwaffe erforderlich. Wenn eine solche Zweckbestimmung erkennbar wird, gelten die Bestimmungen für Hiebwaffen.

Haftungsausschluss

Die Texte im Kapitel 3 wurden basierend auf aktuellen Informationen erstellt, die frei und öffentlich zugänglich waren. Trotzdem können Fehler oder nicht eindeutige Aussagen entstanden sein. Deswegen ist dieser Text  weder als Rechtsberatung, noch in irgendeiner Form, als rechtsverbindliche Auskunft zu verstehen.

Im Falle des Falles sollte immer ein Anwalt zu Rate gezogen werden, der sich mit Selbstverteidigung und Waffengesetzen auskennt. Das letzte Wort hat aber immer das Gericht.